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Ein Paradies im Erzgebirge, Boží Dar

Das höchstgelegene Paradies im Erzgebirge, Boží Dar

Die kleine tschechische Stadt Boží Dar, im Deutschen Gottesgab genannt, liegt auf 1.028 Metern Höhe. Direkt an der Grenze zu Sachsen zieht sie Aktivurlauber, Naturfreunde und Ruhesuchende an – und das zu jeder Jahreszeit.

Egal, ob man den Kopf freimachen, sich sportlich auspowern oder einfach nur die klare Bergluft genießen möchte: Boží Dar hat einen eigenen Reiz, der sofort spürbar ist.

Anton Günthers Spuren in Boží Dar

Das Grab von Anton Günther

Wenn du heute durch Boží Dar spazierst, stößt du fast an jeder Ecke auf Anton Günther. Seine Heimat hält sein Erbe lebendig. Er ist die Seele und Stimme des Erzgebirges. Der 1876 in Gottesgab Geborene hat die Identität dieser Region geprägt – so markant wie kaum jemand sonst. Ursprünglich Lithograf, waren die Musik und die Poesie doch seine wirkliche Leidenschaft. Für Erzgebirger gehört der Besuch seines Grabes auf dem Friedhof von Boží Dar einfach dazu.

Seine bekanntesten Werke

Selbst wer das Erzgebirge nur flüchtig kennt, hat oft schon eine Melodie von ihm im Ohr. Drei seiner bekanntesten Lieder sind:

„Feierobnd“ (Feierabend): wohl das bekannteste Stück. Es beschreibt das friedliche Ende eines harten Arbeitstages und klingt auch heute noch auf Festen im Erzgebirge oft als letztes Lied. 

„Der Vugelbeerbam“ (Der Vogelbeerbaum): ein richtig fröhliches Kulturgut, das auf keinem Heimatfest fehlen darf.

„Wu de Wälder hamlich rauschen“: eine Liebeserklärung an die stille, geheimnisvolle Natur des Gebirges.

Auf den Spuren des Christkinds

Der Christkind-Weg

Auf dem Christkindweg warten jede Menge spannende Rätsel und spielerische Aufgaben auf die Kinder. Das Tolle daran: Man bestimmt selbst, wie viel Tempo man hat. Für die Kleinsten genügt eine gemütliche Runde von 5,6 Kilometern. Wer sich mehr zutraut, kann die volle Distanz von 12,9 Kilometern anpeilen. Wer alle Aufgaben sauber in die Karte einträgt, wird am Ende mit einer kleinen Überraschung belohnt.

Das Torfmoor von Boží Dar (Božídarské rašeliniště)

Das Torfmoor

Mein Lieblingsort ist das Hochmoor von Boží Dar. Das Naturschutzgebiet Božídarské rašeliniště ist mehr als nur eine hübsche Landschaft, es ist ein international bedeutendes Feuchtgebiet, das durch die Ramsar-Konvention geschützt wird. Ein schöner Lehrpfad von etwa drei Kilometern führt durch dieses empfindliche Ökosystem. Der Pfad beginnt direkt an der Erzgebirgsmagistrale und zieht sich größtenteils über bequeme Holzbalkenstege. Diese Stege schonen nicht nur die Schuhe, sondern auch die empfindliche Flora und Fauna sowie seltene Tierarten vor menschlichen Eingriffen.

Ich habe diesen Rundweg mittlerweile zu fast jeder Jahreszeit ausprobiert, und das Moor erfindet sich jedes Mal völlig neu. 

Wollgrasblüte

Mein absoluter Geheimtipp ist jedoch der Frühling. Wenn im April und Mai das Wollgras blüht, verwandelt sich die Landschaft in ein weißes, flauschiges Meer. Es ist ein unvergesslicher Anblick!

Das Wollgras

Von Boží Dar auf den Keilberg wandern

Der Keilberg

Das Besondere an dieser Tour sind die landschaftlichen Gegensätze auf engstem Raum. Du startest inmitten der weiten, windgepeitschten Hochmoorlandschaft rund um die höchstgelegene Stadt Mitteleuropas. Von dort aus führt dich der Weg durch die charakteristischen, vom Bergklima gezeichneten Fichtenwälder hinauf zum höchsten Gipfel des gesamten Erzgebirges.

Traumhafte Landschaft

Weil Boží Dar selbst schon auf über 1.000 Höhenmetern liegt, hält sich die Anstrengung absolut in Grenzen, ideal, um ganz entspannt die weiten Ausblicke zu genießen und die Kamera für ein paar epische Landschaftsaufnahmen bereitzuhalten.

Auf dem Weg zum Keilberg
Blick auf den Fichtelberg

Mein Fazit

Die Touren rund um Boží Dar und die Wanderung auf den Keilberg zeigen mir. Man muss nicht stundenlang am steilen Hang schwitzen, um krasse Ausblicke und echtes Kamm-Feeling zu erleben. Der Kontrast zwischen dem weiten Hochmoor und dem markanten Gipfel des Klínovec macht die Runde mega abwechslungsreich. Wer die raue Seele des Erzgebirges ohne extremen Kraftakt entdecken und dabei gleich noch coole Motive für die Kamera sammeln will, kommt an dieser klassischen Runde kaum vorbei.

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