Wanderung zum Schloss Hohenwendel

In der Nähe von Thermalbad Wiesenbad im Erzgebirge befindet sich mein heutiges Ziel, das Schloss Hohenwendel. Ich starte meine Tour am Parkplatz des Kurparks in Thermalbad Wiesenbad. Die Wanderung endet allerdings anders als geplant, aber dazu später mehr.

Wanderung zum Schloss Hohenwendel

Das Wetter hätte für meine Tour kaum besser sein können, strahlend blauer Himmel und angenehme 21 Grad boten nahezu perfekte Bedingungen. Zunächst ging es durch den Kurpark, der zu dieser frühen Stunde noch völlig verwaist war. Schon nach kurzer Zeit erreichte ich den Wald, wo der Weg direkt ziemlich steil bergauf führte. Ich merkte schnell, dass ich solche Wanderungen wieder regelmäßiger machen sollte. Denn dabei geriet ich ganz schön außer Puste. Ich schob es aber einfach auf meinen Kamerarucksack, der stolze 21 kg auf die Waage bringt. Trotzdem konnte ich die herrliche Natur und die Ruhe in vollen Zügen genießen. Der Herbst ist dabei, die Wälder hier bei uns im Erzgebirge bereits bunt zu färben.

Kugelportal zum Schloss

Kugelportal zum Schloss Hohenwendel

Nach einer Weile erreichte ich die erste Spur des Anwesens, das eindrucksvolle Kugelportal. Mein eigentliches Ziel lag jedoch noch weiter oben am Hang, also hieß es, weiter bergauf zu steigen. Nun dauerte es nicht mehr lang, bis ich mein Ziel erreichte.

Das Schloss Hohenwendel

Wanderung zum Schloss Hohenwendel

Die Geschichte des ehemaligen Schlosses Streckewalde ist eng mit dem örtlichen Rittergut verbunden, aus dem es einst hervorging. Ursprünglich im Besitz der Herren von Waldenburg, ging das Vermächtnis um 1500 an die Herren von Krahe über. Im Jahr 1551 folgte die erste urkundliche Erwähnung als Rittergut. Nach zahlreichen Besitzerwechseln über die Jahrhunderte hinweg ließ Kommerzienrat Arthur Schmidt das alte Gut schließlich abreißen und errichtete an dessen Stelle zwischen 1908 und 1910 das Schloss Streckewalde.

Wanderung zum Schloss Hohenwendel

Das ehemalige Mausoleum

Ich setze meinen Weg fort, um das Mausoleum zu besuchen, das sich höher am Hang befindet. Es wurde 1922 von Arthur Schmidt, dem Besitzer von Hohenwendel, als Familiengedächtnis- und Hochzeitskapelle errichtet. Ursprünglich war es prachtvoll mit Marmor- und Stuckarbeiten ausgestattet, jedoch wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern ausgeplündert.

Das ehemalige Mausoleum
Das ehemalige Mausoleum
Die Ruine des Mausoleums

Verlaufen, gekämpft, gestürzt

Blick auf das Thermalbad
Blick auf das Thermalbad

Eigentlich hatte ich für den Rückweg eine andere Route geplant und folgte einem schmalen Pfad weiter durch den Wald, hoch über dem Tal der Zschopau. Bloß nicht stürzen!, schoss es mir durch den Kopf. Doch nach gut einem Kilometer die Ernüchterung: Sackgasse, verlaufen. Um wieder auf den Hauptweg zu gelangen, gab es nur eine Richtung: querfeldein steil nach oben durchs dichte Unterholz. Leicht zerkratzt, aber erleichtert erreichte ich schließlich wieder den richtigen Pfad.

Völlig erschöpft machte ich mich an den Abstieg. Und genau dann passierte es: Ausgerechnet auf einem breiten, eigentlich harmlosen Wanderweg stolperte ich und stürzte heftig. Der Aufprall war so stark, dass es bei meiner kleinen Sony-Kamera sogar das Akkufach aufriss und der Akku davonflog. Nachdem ich den Schreck verdaut, meine Knochen sortiert und die ersten Blessuren versorgt hatte, ging es im Schneckentempo zurück zum Ausgangspunkt.

Das Wichtigste: Alles ist ganz geblieben, und die paar Schrammen verheilen wieder. Trotz der Unwägbarkeiten war es schlussendlich ein wundervoller Tag im Erzgebirge!

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